18.03.2022

Hausmesse „…tatsächlich digital“

Lang war das Haus der Schreinerinnung München für die Mitglieder nur in besonderen Fällen geöffnet

Shaper Tools Geschäftsführer Florian Horsch mit der HWK-Geschäftsbereichsleiterin Manuela Koneczny an der Maschine

kleine Gruppen und großes Interesse beim Gefahrstoffmanagement mit Würth

Handwerk lernen, auch am Smartphone

digitale Baustellenerfassung mit Lasermesstechnik mit Frank Schmidt von Vermex

große Maschine, kleines Werkstück, viele Möglichkeiten mit moderner 5-Achs-Technik von SCM

software-Lösungen fürs Handwerk, in München entwickelt von craftbutler

online-Konfiguration von Ausbauelementen vom Zulieferer Speedmaster

Töne und Farben erkennen und mischen: Digitalisierung auch im Bereich der Lacke mit Zweihorn

Auch die Mitgliederversammlung 2021 fand in einer Gaststätte statt, da die Auflagen für Versammlungen im vergangenen Jahr schwer umsetzbar waren.  Aber bereits im Herbst 2021 begann man in München mit der Planung der Öffnung des Fritz-Hammerl-Hauses, nicht nur für die bereits wieder regelmäßig laufenden Kurse und Fortbildungen. Denn als man merkte, dass auch einige Schreinerpartner wieder Wege suchte, die Betriebe zu erreichen, wurde die Idee der Corona-tauglichen Hausmesse entwickelt. Alles sollte sich um die in den Betrieben wirklich ankommenden, digitalen Inhalte handeln. Die Messe in Präsenz sollte „…tatsächlich digital“ werden. Zielgruppe der Messe waren die Mitglieder der Innung, aber auch die umliegenden Innungen und der komplette Bildungsbereich der Münchner Schreiner.
Anfang März, kurz vor dem geplanten Wegfall der Einschränkungen unter Covid-19, hat die Hausmesse erfolgreich stattgefunden. Das erarbeitete Konzept, mit vorab gebuchten Sessions, festen Wechselzeiten und Catering direkt in den abgetrennten Bereichen der Gruppen bis maximal 8 Personen, ging auf. Den meisten Besuchern war gar nicht bewusst, dass sich bis zu 60 Personen gleichzeitig im Haus befanden, da die Begegnungen weitgehend vermieden werden konnten.
Die Themen waren breit gefächert: Ausgangspunkt war die CNC Technik auf dem neuen SCM 5-Achs-Bearbeitungszentrum der Ausbildungswerkstatt und als Gegenstück dazu konnte Shaper Tools als Partner gewonnen werden. Das junge Unternehmen aus dem Raum Stuttgart zeigte, wo die handgeführte CNC-Fräse einsetzen kann, wenn die stationären Maschinen bei der Bearbeitungsgröße an die Grenze kommen. Auf der M100 der Innung wurden dagegen „live“ Kleinstteile gefräst, um die 5-Achs Anwendungen anschaulich demonstrieren zu können.
Weiter Themen waren die Vereinfachung von Büro- und Arbeitsabläufen über leicht zu bedienende Softwarelösungen von craftbutler, die Verwaltung von Gefahrstoffen über das Würth-System „isi!!“ und die Möglichkeiten bei der digitalen Bestellung von Innenausbauelementen mit dem Partner Speedmaster. Dazu zeigte man im Oberflächenbereich mit Zweihorn, wie Lack- und Beiztöne ermittelt und entsprechende Materialien direkt im Betrieb gemischt werden können. Die Hausmesse war für die SI München gleichzeitig der Startschuss zur Umstellung der Buntlacksysteme im Oberflächenkurs auf Wasserlacke.
Außerdem war ein wichtiges Thema die Laservermessung von Räumen, die im Treppenhaus der SI München vom Partner VERMEX vorgestellt wurde und die Einbindung von selbst erstellten Lehrvideos im Betrieb und der Ausbildung mit dem Unternehmen craftguide.
Im Nachgang kann die erste Fachmesse im Münchner Raum, nach unzähligen Absagen in den letzten beiden Jahren, als Erfolg bezeichnet werden. Obermeister Werner Plaschke lobte bei der in alle Bereiche übertragenen Eröffnung die Organisation im Fritz-Hammerl-Haus und erklärte danach: „schade für alle die Mitglieder, die sich die Zeit nicht nehmen konnten, die gezeigten Themen waren für moderne Schreiner hochinteressant“. Er zeigte aber auch Verständnis dafür, wenn der ein oder andere Betrieb, gerade angesichts hoher Infektionszahlen, noch zurückhaltend war, bei der Anmeldung, auch wenn über das umgesetzte Konzept die Risiken minimiert waren.